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Gratis = Gut?

Manuels Meinung
11. Dezember 2018
Adrians Meinung
11. Dezember 2018
 

Alles gratis oder was?

Was heisst eigentlich gratis im Medienbereich?

Sicher, man muss vielleicht kein Geld für Onlinebeiträge oder ein YouTube-Video bezahlen. Aber zahlen wir dann vielleicht mit etwas anderem?

Ja, mit unserer Aufmerksamkeit. Denn die Unternehmen, die uns Gratisangebote im Medien- und Informationsbereich zur Verfügung stellen, tun dies nicht, weil sie so nett oder menschenfreundlich sind. Sie wollen vor allem Geld verdienen.

 
 
 
 

Gratis macht Geld. Viel Geld

Womit sie Geld verdienen, zeigen folgende Zahlen. Der Konzern Alphabet, dem Google und YouTube gehören machte 2017 einen Umsatz von gigantischen 117 Milliarden Dollar. Der mit Abstand grösste Teil dieses Geldes sind Werbeeinnahmen, wozu gerade auch YouTube beiträgt. Das heisst, man versucht Inhalte zu produzieren, die uns gefallen, um uns dazu zu bringen auch die dazugehörige Werbung anzuschauen. Das ist ok.

Allerdings geht es bei solchen Angeboten nicht darum, ob das Video oder der Beitrag uns besser informiert, uns schlauer macht oder ganz generell, ob die Information überhaupt stimmt. Und das ist nur ok, so lange wir das erkennen können, was häufig aber nicht der Fall ist. Es ist für uns wichtig zu wissen, was Information und was reine Unterhaltung ist.

 
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Gratis Information = gute Information?

 

Information muss möglichst objektiv sein und sie muss stimmen. Unterhaltung muss das beides nicht. Wir brauchen aber richtige Information, um zu wissen, was in der Welt in der wir leben, los ist. Daher sollten wir wissen, was Information und was Unterhaltung ist. Auf Kanälen wie YouTube verschwimmt beides. Wir haben keine Ahnung, ob das, was uns ein YouTuber über die Welt erzählt stimmt oder nicht. Nun könnte man sagen, das weiss ich bei professionellen Informationsmedien auch nicht so genau. Stimmt. Aber die Informationsmedien sind per Gesetz zu Objektivität und sachgerechter Darstellung verpflichtet. Und ich weiss bei diesen Medien, welche Person oder welches Unternehmen dahinter steht, wer also verantwortlich ist. Das bekomme ich bei YouTube oder anderen Social Media Kanälen entweder nur schwer oder gar nicht heraus, da ich dort z. B. mit Pseudonymen auftreten kann. Ausserdem kann ich mich bei professionellen Informationsmedien gegen falsche Darstellungen und Informationen wehren und eine Richtigstellung verlangen. Wenn sich jemand aber nur „privat“, z. B. auf seinem eigenen YouTube-Kanal äussert, kann ich das nicht so leicht.

Also: Gratis ist nicht gratis. Ich bezahle nicht mit Geld, aber mit meiner Zeit und Aufmerksamkeit, indem ich die Werbung anschaue. Auch professionelle Informationsmedien machen Werbung. Sie müssen aber darüber hinaus häufig auch noch Geld verlangen, weil es wesentlich aufwendiger ist, Informationen zu recherchieren und zu verbreiten als sich einfach vor eine Kamera zu stellen und etwas zu erzählen.

 
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Mehr zu diesem Thema findest du hier:

SRF myschool


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